Nach den ereignisreichen Tagen in Klologo war eigentlich klar: Die nächsten Tage würden nicht ruhiger werden. Im Gegenteil.
Der 12. September 2026 rückte immer näher – der Tag, auf den wir seit Wochen hingearbeitet hatten: die „Journée Spéciale des Apprentis – Deuxième Édition“ im CLACK in Klologo.
Das Ziel war mehr als eine Veranstaltung. Wir wollten unsere jungen Frauen und Männer, die mit Unterstützung von Kekeli Togo e.V. eine Ausbildung absolvieren, sichtbar machen. Wir wollten zeigen, was sie gelernt haben, ihnen Anerkennung geben und gleichzeitig ihren Familien, Ausbildern, Partnern und der Dorfgemeinschaft zeigen, welche Chancen in einer guten beruflichen Ausbildung liegen.
Auf dem offiziellen Programm stand deshalb auch ganz bewusst:
Formation – Compétence – Autonomie – Avenir.
Ausbildung. Kompetenz. Selbstständigkeit. Zukunft.
Tag 9 – Organisation, Besuche und letzte Genehmigungen
Die nächsten drei Tage bestanden zu einem großen Teil aus Organisation.
Für eine solche Veranstaltung reicht es nicht, eine Einladung zu schreiben und einen Termin festzulegen. Viele Dinge müssen persönlich besprochen, abgestimmt und genehmigt werden.
Wir machten Besuche, führten Gespräche und holten die notwendigen Genehmigungen für unsere Auszubildenden ein. Gleichzeitig mussten wir mit verschiedenen Beteiligten klären, wer wann wo sein sollte, welche Vorführungen stattfinden würden und was dafür benötigt wurde.
Immer wieder ging es um die gleiche Frage:
Ist wirklich alles vorbereitet?
Und jedes Mal fiel uns noch etwas ein.
Neben den organisatorischen Aufgaben mussten auch die notwendigen Materialien für die geplanten Vorführungen besorgt werden. Die jungen Leute sollten nicht nur auf einer Bühne stehen und über ihre Ausbildung sprechen. Sie sollten zeigen können, was sie tatsächlich gelernt haben.
Denn genau darum sollte es gehen: um Können, um Selbstvertrauen und um die Anerkennung der Arbeit, die hinter jeder einzelnen Ausbildung steckt.
Am Samstag sollten unter anderem die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der CAP- und CFA-Prüfungen vorgestellt werden. Anschließend waren eine Modenschau, professionelle Stände und praktische Demonstrationen vorgesehen.
Zwei kleine Fußballturniere – weil Gemeinschaft genauso wichtig ist
Zwischen all diesen Vorbereitungen fanden noch zwei kleine Fußballturniere statt.
Ein Turnier für die Mädchen und Mütter, ein weiteres für die Jungs.
Auf den ersten Blick könnte man sagen: Was hat Fußball mit einer beruflichen Ausbildung zu tun?
Sehr viel.
Denn bei Kekeli geht es nicht ausschließlich um Ausbildung und Prüfungen. Es geht auch darum, Menschen zusammenzubringen. Freundschaften entstehen zu lassen. Gemeinschaft zu erleben. Einen Raum zu schaffen, in dem junge Menschen miteinander lachen, spielen und sich gegenseitig kennenlernen können.
Das Ziel war deshalb ganz einfach:
Pass haben. Freunde haben. Zusammenkommen.
Gerade für die jungen Frauen ist es wichtig, zu erleben, dass sie nicht alleine sind. Sie gehören zu einer Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft trägt sie auch dann, wenn eine Ausbildung schwierig wird oder eine Prüfung näher rückt.
Für einige Stunden ging es deshalb nicht um CAP, CFA, Prüfungen, Genehmigungen oder organisatorische Listen.
Es ging einfach um Fußball, Spaß und Gemeinschaft.
Und manchmal sind genau diese Momente genauso wichtig wie die großen offiziellen Veranstaltungen.
Tag 10 – Lomé und Klologo zusammenbringen
Eine besondere Herausforderung war die Anreise der Auszubildenden, die sich derzeit in Lomé befinden.
Die Veranstaltung sollte in Klologo stattfinden. Viele unserer jungen Leute leben oder arbeiten aber während ihrer Ausbildung in Lomé.
Also mussten wir den Transport organisieren.
Wer fährt mit?
Wo werden die jungen Leute abgeholt?
Wann müssen die Busse starten?
Welche Stationen müssen angefahren werden?
Wie kommen alle rechtzeitig nach Klologo?
Auch hier zeigte sich wieder, dass hinter einer solchen Veranstaltung sehr viel Arbeit steckt, die später kaum jemand sieht.
Während die Gäste am Samstag vielleicht nur die fertige Veranstaltung wahrnehmen, steckt dahinter die Arbeit vieler Menschen über mehrere Tage hinweg.
Meine Schwester Rosaline war dabei – wie so oft auf dieser Reise – eine zentrale Unterstützung bei der Organisation. Dazu kamen unsere Helferinnen und Helfer, die Auszubildenden selbst und viele weitere Menschen, die ihren Teil dazu beitrugen, dass dieser Tag überhaupt stattfinden konnte.
Tag 11 – Der Countdown läuft
Am letzten Vorbereitungstag war die Spannung deutlich zu spüren.
Noch einmal wurden Materialien kontrolliert, Besorgungen gemacht und Abläufe abgestimmt. Die letzten Besuche standen an. Dinge mussten von A nach B gebracht werden. Informationen mussten weitergegeben werden.
Und natürlich gab es immer wieder kleine Dinge, die kurzfristig anders gelöst werden mussten.
So ist Afrika.
Und so ist auch eine Veranstaltung wie diese.
Man plant – und dann kommt das wirkliche Leben.
Also wird improvisiert, organisiert, telefoniert, gefahren und wieder organisiert.
Der offizielle Ablauf war inzwischen klar: Empfang der Bevölkerung und Gäste, Eröffnung, Ansprachen, Vorstellung der erfolgreichen CAP- und CFA-Absolventinnen und -Absolventen, Modenschau, professionelle Stände und praktische Demonstrationen, anschließend die Übergabe von Arbeitskits und ein gemeinsamer Abschluss.
Doch bis dieser Ablauf auf dem Papier Wirklichkeit werden konnte, mussten wir noch einige Stunden Arbeit investieren.
Und dann wurde es Nacht …
Der Tag wollte einfach nicht enden.
Aus dem Nachmittag wurde der Abend.
Aus dem Abend wurde die Nacht.
Immer noch gab es Dinge zu erledigen, zu besprechen und vorzubereiten.
Irgendwann war es etwa 1 Uhr morgens.
In Deutschland war es zu diesem Zeitpunkt bereits 3 Uhr nachts.
Ich war müde.
Sehr müde.
Aber an Schlaf war kaum zu denken.
Denn der Wecker war bereits gestellt.
5:00 Uhr.
Nur wenige Stunden später würde ein neuer Tag beginnen.
Der große Tag.
Der Tag, auf den wir hingearbeitet hatten.
Der Tag unserer jungen Frauen und Männer.
Der Tag der Auszubildenden.
Ich legte mich schließlich hin mit dem Gedanken:
Hoffentlich ist wirklich alles bereit.
Und gleichzeitig wusste ich:
Ganz gleich, wie viel wir geplant hatten – am nächsten Morgen würde sich zeigen, ob alles zusammenpasst.
Die letzten drei Tage hatten uns noch einmal gezeigt, dass eine solche Veranstaltung nicht von einer einzelnen Person getragen wird.
Sie entsteht durch viele Hände.
Durch die Jugendlichen.
Durch ihre Familien.
Durch die Ausbilderinnen und Ausbilder.
Durch unsere Partner.
Durch die Menschen in Klologo.
Und durch die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer von Kekeli Togo e.V., die diesen jungen Menschen überhaupt erst die Chance auf Ausbildung und damit auf eine selbstbestimmtere Zukunft ermöglichen.
Am Samstag sollte es deshalb nicht einfach nur eine Veranstaltung geben.
Wir wollten feiern, was durch gemeinsame Anstrengung möglich geworden ist.
Und jetzt hieß es:
Wecker auf 5:00 Uhr.
Augen zu.
Ein paar Stunden Schlaf.
Und dann beginnt der große Tag.
Journée Spéciale des Apprentis – Deuxième Édition.
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