Ein Höhepunkt der Projektreise: Ausbildung wird sichtbar

Der 12. September 2026 war zweifellos einer der großen Höhepunkte meiner diesjährigen Projektreise. Nach vielen Tagen der Vorbereitung, Organisation, Gespräche, Genehmigungen, Besorgungen und unzähligen kleinen Aufgaben war es endlich so weit:

Die „Journée Spéciale des Apprentis“ konnte stattfinden.

Dieser Tag sollte nicht einfach nur eine Veranstaltung sein. Er sollte unseren jungen Frauen und Männern zeigen:


Ihr seid wichtig. Eure Ausbildung ist wichtig. Eure Fähigkeiten sind wichtig. Und ihr könnt etwas aus eurem Leben machen.

 

🌅 Ein Tag, der schon sehr früh begann

Der Tag begann früh. Noch bevor die ersten Gäste eintrafen, mussten wir alles bereitstellen, was für diesen besonderen Tag gebraucht wurde.

Gleichzeitig liefen die letzten organisatorischen Abstimmungen mit Klologo. Überall gab es Bewegung. Jeder hatte seine Aufgabe.

Während wir in Agovoudou und Hountigomé die letzten Vorbereitungen trafen, war Klologo bereits auf den Beinen.

Besonders in Hountigomé herrschte Hochbetrieb. So viele Mädchen und junge Frauen mussten sich für den großen Tag fertig machen, duschen, ihre Kleidung vorbereiten und sich stylen. 😄

Es war genau diese Mischung aus Aufregung, Freude und Hektik, die man vor einem großen Ereignis kennt.

⚽ Fußball am frühen Morgen – und ein Sieger, der eigentlich alle waren

Parallel zur Vorbereitung der Journée Spéciale lief in Klologo bereits das Kleinfeld-Fußballturnier.

Von etwa 7:00 bis 9:00 Uhr wurden Halbfinale und Finale ausgetragen.

Am Ende gewann die USK – Union Sportive de Klologo.

Unser Team Kekeli Togo e.V. erreichte einen hervorragenden 3. Platz. 🥉

Doch eigentlich gab es an diesem Morgen nur Gewinner.

Denn das Ziel des Turniers war nicht allein der sportliche Erfolg. Es ging um Fairness, Freundschaft, Begegnung und Gemeinschaft.

Und genau das wurde erreicht.

Es war schön zu sehen, wie junge Menschen miteinander Fußball spielten, lachten, sich gegenseitig anfeuerten und nach dem Spiel wieder gemeinsam standen – unabhängig davon, welches Team gewonnen hatte.

Genau diese Gemeinschaft wollten wir fördern.

 

🚌 Die Busse kommen – und Klologo ruft

Um etwa 9:45 Uhr kamen die Busse in Agovoudou an.

Jetzt wurde es ernst.

Die Jugendlichen waren bereit, die letzten Sachen verstaut und alle stiegen ein. Unser Ziel: Klologo und das CLACK.

Auf dem Weg dorthin erwartete uns allerdings eine kleine Überraschung.

 

🚧 Stau in Aného – mitten im traditionellen Fest

In Aného gerieten wir für ungefähr 30 Minuten in einen Stau.

Grund war das traditionelle Fest ÉPÉ EKPÈ – „Prise de la Pierre“.

Für uns war der unfreiwillige Zwischenstopp aber überhaupt kein Problem. 😁

Im Gegenteil: Aus den Bussen heraus konnten wir einen Teil des Geschehens beobachten. Ein kurzer, ungeplanter Einblick in eine traditionelle und kulturell bedeutende Veranstaltung.

Manchmal sind es gerade solche ungeplanten Momente, die eine Reise besonders machen.

Nach ungefähr 40 Minuten Fahrt erreichten wir schließlich Klologo.

 

🏘️ Klologo wartet bereits

Und dort war schon unglaublich viel los.

Die Gäste waren bereits da – von den Kleinsten bis zu den Älteren.

Unter den eingeladenen Persönlichkeiten waren unter anderem:

TOGBUI MENSAH ROBERT GATI IV

TOGBUI AGBOGLAPÉMÉ

TOGBUI GAGNON

Sœur Valérie

Sœur Phideline

Nicolas Houinsoudé, Président du CVD

sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Bevölkerung.

Auch die verschiedenen Stände unserer Auszubildenden waren längst aufgebaut.

Und nicht erst kurz vor Beginn – bereits ungefähr eine Stunde vorher standen sie bereit.

Man spürte sofort:

Heute ist etwas Besonderes.

🙏 Der Beginn mit einem Gebet

Die offizielle Veranstaltung begann mit einem Gebet von Sœur Valérie.

Ein ruhiger Moment vor einem Tag voller Energie, Begegnungen und Emotionen.

Danach begrüßte TOGBUI MENSAH ROBERT GATI IV die Anwesenden.

Seine Worte waren geprägt von Dankbarkeit, Anerkennung und zugleich Verantwortung.

👑 Dank und Worte des Dorfchefs

In seiner Begrüßung bedankte sich TOGBUI MENSAH ROBERT GATI IV im Namen von Klologo und auch im Namen der verschiedenen TOGBUIs bei:

Kekeli Togo e.V., allen Spenderinnen und Spendern, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie allen Menschen, die diese Arbeit möglich machen.

Er gab den Jugendlichen wichtige Ratschläge.

Seine Botschaft war klar:

Konzentriert euch auf eure Ausbildung.

Er appellierte an die Auszubildenden und Schülerinnen und Schüler, ihre Chancen ernst zu nehmen, fleißig zu sein und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Und am Ende seiner Rede sagte er sinngemäß etwas, das mich besonders gefreut hat:

Er freue sich bereits auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Das zeigt, dass aus einzelnen Projekten langsam eine echte Verbindung zwischen Menschen geworden ist.

🎤 Gemeinsam in dieselbe Richtung

Nach TOGBUI MENSAH ROBERT GATI IV folgten die Worte von Nicolas Houinsoudé, Président du CVD, und Madeleine.

Auch ihre Beiträge gingen in dieselbe Richtung:

Ermutigung. Bildung. Verantwortung. Zukunft.

Es ging nicht darum, den Jugendlichen etwas abzunehmen.

Es ging darum, ihnen zu sagen:

> Glaubt an euch. Lernt. Bleibt dran. Nutzt die Chance, die ihr bekommen habt.

❤️ Dann kam Thérèse

Und dann kam ein Moment, der die Atmosphäre im CLACK nachhaltig veränderte.

Thérèse trat vor und erzählte ihre persönliche Geschichte.

Keine vorbereitete politische Rede.

Keine abstrakten Zahlen.

Keine Theorie.

Sondern ihr eigenes Leben.

Thérèse berichtete davon, wie Kekeli Togo e.V. sie bereits während ihrer Gymnasialzeit unterstützt hatte, als ihre Familie – insbesondere ihre Mutter – sie finanziell nicht mehr ausreichend unterstützen konnte.

Sie erzählte auch, was sie damals in ihrem Umfeld beobachten musste:

Viele ihrer Freundinnen wurden schwanger oder heirateten sehr früh.

Für ein junges Mädchen kann eine solche Situation schnell zu einem Kreislauf werden, aus dem es schwer ist, wieder herauszukommen.

Doch Thérèse bekam eine Chance.

Kekeli unterstützte sie dabei, ihre schulische Ausbildung wieder aufzunehmen.

Sie setzte ihre Schule fort.

Sie kämpfte.

Sie machte erfolgreich ihr Abitur.

Und danach begann sie ihre berufliche Ausbildung.

🎓 Vom Mädchen mit einer schwierigen Ausgangssituation zur erfolgreichen Auszubildenden

Heute steht Thérèse an einem völlig anderen Punkt ihres Lebens.

Am 4. September 2026 hatte sie ihre Ausbildung zur Modellistin erfolgreich abgeschlossen – mit CAP und CFA.

Nur acht Tage später stand sie vor einer großen Gemeinschaft in Klologo und erzählte ihre Geschichte.

Und genau das machte diesen Moment so stark.

Sie sprach nicht nur über Ausbildung.

Sie war der lebende Beweis dafür, was Ausbildung bewirken kann.

Während ihrer Rede gab es immer wieder Ovationen.

Freudentränen.

Lächeln.

Gänsehaut.

Und auch bei mir war dieser Moment emotional.

Denn plötzlich wurde sichtbar, warum wir bei Kekeli Togo e.V. immer wieder sagen:

„Ausbildung als Chance.“

🌱 Eine Geschichte, die anderen Mädchen Mut machen soll

Thérèses Geschichte sollte nicht nur ihre eigene Erfolgsgeschichte sein.

Sie sollte den anderen Mädchen sagen:

Eure Situation heute muss nicht eure Zukunft bestimmen.

Ihr könnt lernen.

Ihr könnt einen Beruf erlernen.

Ihr könnt selbstständig werden.

Ihr könnt eure Familie später unterstützen.

Ihr könnt Verantwortung übernehmen.

Und vor allem:

Ihr könnt euren eigenen Weg gehen.

Gerade für die Mädchen war diese Botschaft von besonderer Bedeutung.

Denn Thérèse stand dort nicht als jemand, der von außen über Möglichkeiten sprach.

Sie stand dort als Beispiel.

🎙️ Motivation und Selbstvertrauen

Nach Thérèse folgten meine eigenen Worte und anschließend die Rede von Sœur Valérie.

Auch wir gingen bewusst in dieselbe Richtung:

Motivation, Selbstvertrauen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Besonders die jungen Frauen sollten spüren, dass sie nicht weniger können als andere.

Dass ein Mädchen Elektrikerin, Maurerin, Schreinerin, Automechanikerin, Malerin, Modellistin oder in einem anderen Beruf werden kann.

Dass traditionelle Vorstellungen nicht das Ende ihrer Möglichkeiten sein müssen.

Und dass Bildung nicht nur bedeutet, einen Abschluss zu bekommen.

Bildung bedeutet, Möglichkeiten zu bekommen.

🧱 Ausbildung bekommt ein Gesicht

Während die Reden stattfanden und die Gäste aufmerksam zuhörten, standen überall auf dem Gelände die verschiedenen Stände unserer Auszubildenden.

Dort wurde später nicht nur erzählt, was sie lernen.

Sie sollten zeigen, was sie können.

Junge Frauen und Männer, die mit ihren eigenen Händen arbeiten.

Die lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Die Fehler machen dürfen, um daraus zu lernen.

Die Fähigkeiten entwickeln.

Die irgendwann nicht mehr diejenigen sein sollen, die Unterstützung benötigen – sondern diejenigen, die selbst Arbeitsplätze schaffen und andere unterstützen können.

Das Bild der jungen Frauen in Arbeitskleidung, mit Helm und Werkzeug, sagt dabei mehr als viele Worte.

Hier wird ein neues Kapitel geschrieben.

🇹🇬 Ein Tag voller Ergebnisse

Der 12. September war deshalb nicht einfach eine weitere Veranstaltung im Rahmen unserer Projektreise.

Er war das sichtbare Ergebnis vieler Jahre Arbeit.

Von Gesprächen.

Von Unterstützungen.

Von Spenden.

Von Rückschlägen.

Von Hoffnungen.

Von Menschen, die an junge Menschen geglaubt haben.

Und vor allem von den Jugendlichen selbst, die diese Chancen angenommen haben.

Die Journée Spéciale des Apprentis zeigte uns: Es lohnt sich.

Und gleichzeitig zeigte sie uns, dass wir noch lange nicht am Ziel sind.

Denn wenn ein Mädchen wie Thérèse ihre Geschichte erzählt und andere Mädchen dadurch anfangen, an ihre eigene Zukunft zu glauben, dann ist genau das der Moment, in dem „Ausbildung als Chance“ wirklich lebendig wird.

❤️ Fortsetzung folgt …

🎓 Vom Mädchen mit einer schwierigen Ausgangssituation zur erfolgreichen Auszubildenden

Tag war damit noch lange nicht vorbei.

Nach den bewegenden Reden und den offiziellen Begrüßungen begann der nächste, ebenso wichtige Teil der Journée Spéciale des Apprentis:

Die Auszubildenden sollten zeigen, was sie während ihrer Ausbildung gelernt haben.

Praktische Vorführungen, Begegnungen, Gespräche, medizinische Aktivitäten und viele weitere besondere Momente folgten.

Darüber berichte ich im Teil 2 des Tages 12.

 


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