🇹🇬 Projektreise Kekeli Togo e.V. 2026
Tag 2 – Zwischen Tradition, Hochwasser und Hoffnung
Nach dem herzlichen Empfang in der Nacht zuvor am Flughafen von Lomé – kurz nach 0:30 Uhr durch meine Schwester Rosaline, meinen Bruder Pierre, meinen Neffen Magnime und die Mädchen aus Klologo, die bei Rosaline wohnen und in Lomé ihre Ausbildung absolvieren – und einem gemeinsamen Abendessen bei Chilli Loco begann der zweite Tag unserer Projektreise.
🌿 Ein Besuch, der für uns Tradition ist
Wie es inzwischen Tradition geworden ist, führte unser erster Weg nach Klologo zu Togbui Gati IV., dem Chef de village de Grand Klologo.
Dieser Besuch ist für uns mehr als eine Höflichkeit. Es ist unser Zeichen des Respekts gegenüber der Dorfgemeinschaft und ihrem traditionellen Oberhaupt. Wir wollten ihn persönlich über unsere Ankunft informieren, ihm von den Vorhaben dieser Projektreise erzählen und – wie bei jeder Reise – seinen Segen für unsere Arbeit erbitten.
Togbui Gati IV. empfing uns ausgesprochen herzlich. In einem sehr sympathischen und offenen Austausch sprachen wir über Klologo, unsere gemeinsamen Projekte und die bevorstehenden Aktivitäten.
Zum Abschied gab er uns eine Botschaft mit auf den Weg: Er lässt durch uns alle Vorstandsmitglieder, Vereinsmitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie alle Spenderinnen und Spender von Kekeli Togo e.V. herzlich grüßen.
Ein solcher Moment erinnert mich immer wieder daran, dass unsere Arbeit nicht nur aus Projekten, Zahlen und Berichten besteht. Sie lebt vor allem von Beziehungen, Vertrauen und gegenseitigem Respekt.
🌧️ Die Spuren des Hochwassers
Anschließend besuchten wir meinen Onkel im Gatipémé, wo auch der traditionelle Chef seinen Wohnsitz hat.
Gemeinsam machten wir eine Runde durch das Gebiet. Dabei konnten wir uns – auch per Videoschaltung – ein Bild von den Schäden machen, die das letzte große Hochwasser hinterlassen hat.
Die Bilder sprechen leider eine eindeutige Sprache.
Viele einfache Hütten, gebaut aus Lehmboden und Strohdächern, konnten den Wassermassen nicht standhalten. Was für uns auf den ersten Blick vielleicht wie eine beschädigte Hütte aussieht, bedeutet für die betroffenen Familien oft: ein Zuhause verloren, Hab und Gut beschädigt und ein erneuter Kampf um den Alltag.
Solche Begegnungen machen nachdenklich. Sie zeigen uns aber auch, warum unsere Arbeit in den Dörfern weiterhin notwendig ist.
👩🏾🎓 Ausbildung bedeutet Zukunft
Ein besonders schöner Teil des Tages waren anschließend die Besuche bei einigen unserer Kekeli-Auszubildenden.
In Klologo trafen wir Déborrah, Gisèle, Clémentine und Natalie. Außerdem besuchten wir Thérèse in Lomé.
Alle bereiten sich auf ihre Prüfungen zum CFA – Certificat de Fin d’Apprentissage vor. Thérèse hat ihren Weg bereits ein Stück weiter geschafft und konnte sogar schon ihr CAP – Certificat d’Aptitude Professionnelle erwerben.
Unser Besuch hatte heute keine komplizierte Agenda. Wir wollten vor allem eines: da sein.
Moralische Unterstützung geben. Mut machen. Zuhören. Und ihnen zeigen:
> Ihr seid nicht allein. Wir glauben an euch.
Das Foto von Gisèle mit ihrem Prüfungsausweis steht für mich deshalb symbolisch für das, was Kekeli Togo e.V. erreichen möchte: Ein junges Mädchen, das eine Ausbildung macht, sich auf eine Prüfung vorbereitet und damit Schritt für Schritt seine eigene Zukunft in die Hand nimmt.
Ausbildung ist für uns nicht einfach ein Projekt. Ausbildung ist eine Chance auf Selbstständigkeit, Würde und eine bessere Zukunft.
Und genau deshalb ist die Förderung unserer Jugendlichen ein zentraler Schwerpunkt dieser Projektreise 2026.
🧵 Danach ging es nach Assigamé
Nach den Besuchen bei unseren Auszubildenden machten wir uns auf den Weg nach Assigamé, um Stoffe für Klologo ZÀ zu besorgen.
Auch solche scheinbar kleinen Dinge gehören zu unserer Projektreise. Hinter jedem Stoff, jedem Kleidungsstück und jedem Auftrag stehen Menschen, Fähigkeiten und die Möglichkeit, mit dem eigenen Können Einkommen zu erzielen.
🍲 Ein langer Tag geht zu Ende
Nach einem ereignisreichen Tag voller Begegnungen, Gespräche, Eindrücke und auch nachdenklicher Momente ließen wir den Abend schließlich bei einem leckeren togolesischen Essen ausklingen:
Khom mit einer scharfen Tomatensoße und Fisch. 🇹🇬❤️
Ein einfacher, aber wunderbarer Abschluss eines langen Tages.
Wenn ich diesen zweiten Tag zusammenfasse, bleiben vor allem drei Dinge:
Tradition – Verantwortung – Hoffnung.
Der Segen unseres Dorfchefs.
Die sichtbaren Folgen des Hochwassers.
Und die leuchtenden Augen junger Menschen, die durch Ausbildung ihre Zukunft gestalten wollen.
Genau zwischen diesen drei Punkten bewegt sich unsere Arbeit bei Kekeli Togo e.V.
Und genau deshalb bin ich wieder hier.
Für Klologo. Für unsere Jugendlichen. Für unsere Partner. Und für alle Menschen, die uns in Deutschland und darüber hinaus auf diesem Weg unterstützen.
🇹🇬❤️ Kekeli – Licht und Hoffnung für eine bessere Zukunft.
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