TAG 19 – EIN RUHETAG, DER KEINER WURDE

Seit Beginn meiner Projektreise war Tag 19 eigentlich der erste Tag,  an dem ich mir bewusst nichts vorgenommen hatte. Endlich einmal durchatmen, zur Ruhe kommen und ein wenig Kraft tanken – das war zumindest mein Plan.

Doch meine Vorstellung von einem entspannten Ruhetag hielt nicht lange an. Schon bald klingelte das Telefon, Gespräche mussten geführt, Dinge organisiert und neue Aufgaben geklärt werden. Ein Anruf folgte dem nächsten, und ehe ich mich versah, war auch dieser Tag wieder von unserer Projektarbeit geprägt.

Manchmal frage ich mich, ob es auf einer solchen Reise überhaupt richtige Ruhetage gibt. Denn solange Menschen auf Unterstützung warten, solange Ausbildungswege vorbereitet und wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, bleibt immer etwas zu tun.

Trotzdem: Es ging. Auch wenn mein geplanter Ruhetag anders verlief als gedacht, nahm ich es mit Gelassenheit. Denn ich weiß, wofür ich diese Arbeit mache – und genau das gibt mir immer wieder neue Kraft.

TAG 20 – EIN TAG VOLLER HERZLICHKEIT, MUSIK UND GEMEINSCHAFT

Was für ein wundervoller Tag! Tag 20 stand ganz im Zeichen unserer Azubis – jener jungen Menschen, die mit viel Mut, Hoffnung und Entschlossenheit ihren eigenen Weg in eine selbstbestimmte Zukunft gehen.

Das Wiedersehen und der herzliche Austausch waren für mich etwas ganz Besonderes. Wir haben miteinander gesprochen, Erfahrungen geteilt, einander zugehört und uns gegenseitig inspiriert. In solchen Begegnungen wird mir immer wieder bewusst, dass unsere Arbeit weit über finanzielle Unterstützung oder die Organisation von Ausbildungsplätzen hinausgeht.

Es geht um Vertrauen. Um Wertschätzung. Um das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden. Und vor allem darum, jungen Menschen zu vermitteln: Ihr seid nicht allein. Wir glauben an euch und begleiten euch auf eurem Weg.

Natürlich durften auch die schwungvollen Bobobor-Rhythmen nicht fehlen! Vor und nach unserem Treffen erfüllten die mitreißenden Klänge die Atmosphäre mit Leben. Musik, Bewegung, Lachen und strahlende Gesichter – die Freude war überall spürbar.

Und als krönenden Abschluss gab es für alle ein leckeres Essen und frische Säfte. Wir saßen zusammen, genossen die gemeinsame Zeit und ließen diesen besonderen Tag in einer Atmosphäre voller Herzlichkeit ausklingen.

Gemeinschaft, Freude und Energie pur!

Solche Momente sind unbezahlbar. Sie zeigen mir, dass Kekeli nicht nur Projekte verwirklicht, sondern auch Begegnungen ermöglicht, Beziehungen stärkt und Menschen miteinander verbindet.

Mit jedem Lächeln, jedem Gespräch und jedem gemeinsamen Rhythmus wurde mir erneut bewusst, warum sich unser Engagement lohnt.

TAG 21 – OLIVIA UND EIN NEUER SCHRITT IN RICHTUNG ZUKUNFT

Am Sonntag hatte ich Olivia gleich mit nach Agovoudou genommen. Damit begann für sie ein neuer, wichtiger Abschnitt auf ihrem persönlichen Ausbildungsweg.

Am Montag, meinem 21. Projektreisetag, stand dann die nächste Etappe auf dem Programm: Wir fuhren nach Lomé, um ihre notwendigen Unterlagen beglaubigen zu lassen. Außerdem ließen wir Passbilder anfertigen.

Es waren wichtige organisatorische Schritte, denn Olivia benötigt diese Dokumente für ihre Einschreibung im Centre de Formation Professionnelle Marie Dominique.

Dort möchte sie ihre Ausbildung im Bereich Coiffure – Tresse – Esthétique beginnen.

Für manche Menschen mögen beglaubigte Papiere und Passbilder wie ganz gewöhnliche Formalitäten erscheinen. Doch für Olivia bedeuten sie viel mehr: Sie sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer beruflichen Perspektive, zu neuen Fähigkeiten und zu der Möglichkeit, eines Tages selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.

Genau darin liegt für mich der Sinn unserer Arbeit bei Kekeli Togo e.V. Wir möchten junge Menschen nicht nur kurzfristig unterstützen, sondern ihnen Wege eröffnen, auf denen sie ihre Zukunft selbst gestalten können.

Natürlich ist mit der Vorbereitung der Unterlagen noch nicht alles abgeschlossen. Die Einschreibung und die Ausbildung liegen noch vor ihr. Aber ein wichtiger Schritt ist getan.

Und Kekeli freut sich auch, Olivia auf diesem Weg begleiten zu dürfen.

DREI TAGE, DREI UNTERSCHIEDLICHE ERFAHRUNGEN

Tag 19 hat mir gezeigt, dass selbst geplante Ruhe auf einer Projektreise manchmal zur Organisationsarbeit wird.

Tag 20 hat mich mit der Herzlichkeit unserer Azubis, der Musik und der Kraft unserer Gemeinschaft beschenkt.

Und Tag 21 hat mir vor Augen geführt, wie wichtig auch die kleinen, praktischen Schritte sind, damit aus einem Wunsch eine echte berufliche Chance werden kann.

Wenn ich auf diese drei Tage zurückblicke, empfinde ich vor allem Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Menschen, denen ich begegnen darf, für das Vertrauen unserer Jugendlichen und für all jene, die unsere Arbeit möglich machen.

Denn hinter jedem Ausbildungsplatz steht ein Mensch. Hinter jedem Dokument steht eine Hoffnung. Und hinter jedem gemeinsamen Schritt steht die Möglichkeit, Zukunft zu gestalten.

Bildung als Chance – nicht nur als Leitgedanke von Kekeli Togo e.V., sondern als tägliche Aufgabe, die wir gemeinsam mit unseren Jugendlichen mit Leben füllen.

 


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