Tag 28 – Viele kleine Dinge, ein großes Ziel
Tag 28 war ein Tag der Besorgungen.
Küchenutensilien für die Ausbildung, Materialien für die Landwirtschaft, Friseur-Instrumente und Utensilien, Stoffe, Schulhefte und vieles mehr.
Auf den ersten Blick sind es nur Dinge. Doch für mich erzählt jedes einzelne davon eine Geschichte.
Ein Stück Stoff bedeutet für eine angehende Schneiderin die Möglichkeit, zu üben.
Ein Friseurset bedeutet für eine junge Frau den ersten Schritt in die berufliche Selbstständigkeit.
Landwirtschaftliche Materialien bedeuten praktische Erfahrung.
Schulhefte bedeuten Lernen.
Immer deutlicher setzen wir bei Kekeli auf das Prinzip Theorie und Praxis. Denn wir wollen nicht nur Wissen vermitteln. Wir wollen jungen Menschen die Möglichkeit geben, etwas mit ihren eigenen Händen zu lernen, zu können und später davon zu leben.
Und während wir diese Dinge besorgten, wurde mir immer bewusster:
Meine Projektreise 2026 geht langsam zu Ende.
Auch meine eigenen Besorgungen standen noch auf dem Programm.
Aber dieses Jahr fühlt sich der Abschied anders an.
Denn ich lasse nicht einfach ein Projekt zurück.
Ich lasse Menschen zurück, deren Wege gerade erst beginnen.
Nach Olivia und Afi wurde heute auch Kokoé am Centre de Formation Professionnelle Marie Dominique in Ablogamé/Lomé eingeschrieben.
Ihre Ausbildung: Schneiderei und Stylisme.
Damit sind nun drei junge Frauen aus unserem Ausbildungsprogramm dort auf ihrem neuen beruflichen Weg.
Kokoé blieb anschließend direkt im Centre. Gemeinsam mit den anderen wurde geputzt, aufgeräumt und alles für den Beginn der Ausbildung vorbereitet.
Am 5. Oktober beginnt ein neues Kapitel.
Während ich mich langsam auf meine Rückreise vorbereite, beginnt für diese jungen Frauen etwas Neues.
Das hat mich tief berührt.
Denn genau darin liegt für mich der Sinn unserer Arbeit:
Wir wollen nicht, dass junge Menschen dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind.
Wir wollen ihnen Chancen geben, damit sie selbst etwas aufbauen können.
Tag 30 – Abschied nehmen heißt nicht aufhören
Und dann ist er da – der letzte Tag.
Die Projektreise 2026 neigt sich endgültig dem Ende zu.
Wenn ich an den 1. September zurückdenke, kommt es mir gleichzeitig wie gestern und wie eine Ewigkeit vor.
Vier Wochen voller Begegnungen.
Vier Wochen voller Fahrten, Gespräche, Organisation, Entscheidungen, Freude, Erschöpfung, Lachen und manchmal auch sehr emotionaler Momente.
Ich habe Kinder getroffen, Jugendliche begleitet, Familien besucht, Auszubildende unterstützt und Menschen kennengelernt, die mit unglaublich viel Einsatz an ihre Zukunft glauben.
Ich habe erlebt, wie aus einer Idee ein Ausbildungsplatz wird.
Wie aus einer Nähmaschine eine berufliche Perspektive werden kann.
Wie aus einem Friseurset der erste Schritt in die Selbstständigkeit entstehen kann.
Und wie viel Hoffnung in einem jungen Menschen steckt, wenn ihm jemand einfach sagt:
„Ich glaube an dich.“
Jetzt heißt es für mich Abschied nehmen.
Aber ich gehe nicht mit dem Gefühl, dass etwas vorbei ist.
Im Gegenteil.
Meine Reise endet – aber ihre Reise beginnt.
Am 5. Oktober werden Olivia, Afi, Kokoé und viele andere Jugendliche ihre Ausbildung beginnen. Sie werden lernen, arbeiten, schwitzen, vielleicht manchmal zweifeln – und hoffentlich immer wieder aufstehen und weitermachen.
Und irgendwo zwischen Deutschland und Togo werde ich an sie denken.
Ich werde mich fragen, wie es ihnen geht.
Ob sie ihre Prüfung bestanden haben.
Ob Olivia ihren Weg geht.
Ob Afi ihren Beruf gefunden hat.
Ob Kokoé eines Tages ihr eigenes Atelier eröffnet.
Vielleicht werde ich eines Tages wieder vor ihnen stehen und sehen, was aus all diesen kleinen Schritten geworden ist.
Das wäre für mich der größte Lohn.
Denn Kekeli bedeutet für mich nicht einfach ein Verein.
Kekeli bedeutet Begegnung.
Kekeli bedeutet Vertrauen.
Kekeli bedeutet gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Und vor allem bedeutet Kekeli:
**Bildung als Chance.
Ausbildung als Perspektive.
Selbstständigkeit als Zukunft.**
Ich fliege zurück nach Deutschland.
Aber ein Teil meines Herzens bleibt hier.
Bei den Menschen.
Bei den Jugendlichen.
Bei den Familien.
Bei meinen Freunden und Wegbegleitern.
Und bei all denen, die gemeinsam mit uns daran glauben, dass eine bessere Zukunft möglich ist.
Die Projektreise 2026 geht zu Ende.
Die Arbeit geht weiter.
Kekeli – gemeinsam für eine Zukunft mit Chancen. 


Entdecke mehr von Kekeli Togo e.V.
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.







Views Last 30 days : 3569


Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.